Wie lang darf es sein?
Eine Seite ist das Maximum, das sagen die ZHAW Career Services und Recruiting-Ratgeber übereinstimmend. In der Praxis reichen 300 bis 400 Wörter Fliesstext. Längere Schreiben werden selten ganz gelesen und wirken, als könntest du nicht auswählen.
Wie ist es aufgebaut?
- Kopf: Deine Adresse, Firma mit Ansprechperson, Ort und Datum.
- Betreff: Stellentitel genau wie im Inserat, falls vorhanden mit Referenznummer.
- Anrede: Mit Namen, zum Beispiel «Guten Tag Frau Meier» oder «Sehr geehrte Frau Meier».
- Einstieg (Absatz 1): Welche Stelle, und der eine Grund, warum sie dich anspricht. Kein «Hiermit bewerbe ich mich».
- Was du mitbringst (Absatz 2 und 3): Zwei bis drei Anforderungen aus dem Inserat, je mit einem konkreten Beispiel aus deiner Erfahrung.
- Warum diese Firma (Absatz 4): Ein Punkt, der zeigt, dass du dich informiert hast.
- Schluss (Absatz 5): Verfügbarkeit, Freude auf ein Gespräch, ohne Konjunktiv.
- Gruss: «Freundliche Grüsse», dein Name.
Wie sieht ein Gerüst aus?
> Bewerbung als Sachbearbeiterin Kundendienst, Ref. 2611 > > Guten Tag Frau Meier > > Ihr Inserat für den Kundendienst in Winterthur hat mich angesprochen, weil Sie Wert auf schnelle, freundliche Lösungen legen. Genau das mache ich seit vier Jahren. > > Bei [Firma] beantworte ich täglich rund [Zahl] Anfragen per Telefon und Mail. [Konkretes Ergebnis, zum Beispiel: Ich habe eine Vorlagen-Sammlung aufgebaut, die das Team heute nutzt.] > > Sie suchen jemanden mit SAP-Erfahrung. [Wo und wie lange du damit gearbeitet hast.] > > [Ein Punkt zur Firma, den du wirklich recherchiert hast.] > > Ich kann ab [Datum] starten und freue mich auf ein Gespräch. > > Freundliche Grüsse > [Name]
Die eckigen Klammern füllst du nur mit Dingen, die stimmen und die du im Gespräch erklären kannst.
Was sind die häufigsten Fehler?
- Generischer Einstieg ohne Bezug zur Stelle.
- Eigenlob ohne Beleg, etwa «teamfähig und motiviert» ohne Beispiel.
- Mehr als eine Seite.
- Falsche oder fehlende Anrede, obwohl der Name im Inserat steht.
- Deutsche Schreibweise: In der Schweiz gibt es kein scharfes S, es heisst «Grüsse».
- Ein Brief für alle Stellen. Jede Bewerbung braucht ihren eigenen Stellenbezug.
Motivationsschreiben oder Bewerbungsbrief?
In der Deutschschweiz meinen beide Wörter meistens dasselbe: den Brief, der deinem Lebenslauf beiliegt. Manche Firmen wollen ihn als PDF-Anhang, andere als Text im Bewerbungsformular. Halte dich an das, was das Inserat verlangt. Ohne Angabe ist ein PDF mit einer Seite der sichere Weg.
Wie hilft Jobsi dabei?
Jobsi schreibt für jede Stelle, die du willst, einen Entwurf im Schweizer Format, auf Basis deiner echten Erfahrung, mit Stellenbezug und mit «ss» statt scharfem S. Du liest ihn, passt ihn an und schickst ihn selbst ab. Gratis gibt es 3 Dossiers, ohne Kreditkarte.
Von Tobias Schär, Gründer von Jobsi (True North Studios, Uster).
Häufige Fragen
Wie lang darf ein Motivationsschreiben in der Schweiz sein?
Höchstens eine A4-Seite. Viele Recruiter bevorzugen Schreiben mit rund 300 bis 400 Wörtern, die die Seite nicht ganz füllen.
Welche Grussformel ist in der Schweiz üblich?
«Freundliche Grüsse». «Mit freundlichen Grüssen» geht auch, «Hochachtungsvoll» gilt als veraltet.
Wie spreche ich die Firma an, wenn kein Name im Inserat steht?
Zuerst die Ansprechperson suchen, auf der Website oder mit einem kurzen Anruf. Findest du niemanden, ist «Sehr geehrte Damen und Herren» die Notlösung.
Darf ich das Motivationsschreiben mit KI schreiben?
Als Entwurf ja. Jede Aussage muss aber stimmen und zur Stelle passen. Allgemeine Sätze ohne Beleg fallen auf und kosten dich die Einladung.