Lebenslauf Schweiz: was rein muss und was nicht

Ein Schweizer Lebenslauf ist anti-chronologisch aufgebaut (das Neueste zuoberst), ein bis zwei Seiten lang und nennt Geburtsdatum und Nationalität, bei Ausländern auch die Bewilligung. Ein Foto ist rechtlich keine Pflicht, aber sehr üblich. Unterschrift, Ort und Datum braucht es nicht.

Stand: 7.11.2026 · Von Tobias Schär

Was gehört in einen Schweizer Lebenslauf?

TeilInhalt
Titel«Lebenslauf» und dein Name
KontaktAdresse, eine Telefonnummer, eine seriöse Mailadresse
PersönlichesGeburtsdatum, Nationalität, bei Ausländern Bewilligung (B, C, G), Zivilstand freiwillig
FotoAktuell, professionell, neutraler Hintergrund
BerufserfahrungNeueste Stelle zuerst: Zeitraum, Firma, Ort, Funktion, 2 bis 4 Ergebnisse
Aus- und WeiterbildungAbschlüsse mit Jahr, wichtige Kurse und Zertifikate
SprachenMit Niveau, zum Beispiel Englisch C1, Französisch B1
IT und FachkenntnisseProgramme und Methoden, die für die Stelle zählen
ReferenzenZwei Kontakte oder «Referenzen auf Anfrage»

Warum Geburtsdatum, Nationalität und Bewilligung?

Weil Schweizer Recruiter das erwarten. Bei der Bewilligung geht es um eine praktische Frage: Darf die Firma dich ohne Zusatzaufwand anstellen? Wer eine B-, C- oder G-Bewilligung hat, schreibt sie gut sichtbar hin. Das spart eine Rückfrage.

Foto: ja oder nein?

Rechtlich musst du kein Foto mitschicken. In der Deutschschweiz ist es aber sehr verbreitet, und die ZHAW rät zu einem Bild vom Fotografen statt einem Selfie. Verlangt ein Inserat ausdrücklich keine Fotos, hältst du dich daran.

Wie lang darf er sein?

Ein bis zwei Seiten. Drei Seiten sind nur bei sehr viel Erfahrung oder einer akademischen Laufbahn üblich. Kürze lieber alte Stellen auf eine Zeile, als bei der aktuellen Stelle zu sparen.

Was ist anders als in Deutschland?

  • Keine Unterschrift, kein Ort und kein Datum unter dem Lebenslauf.
  • Kein scharfes S: in der Schweiz schreibt man immer «ss».
  • Wörter: «Nationalität» statt «Staatsangehörigkeit», «Zivilstand» statt «Familienstand».
  • Arbeitszeugnisse liegen der Bewerbung meistens bei. Wie du sie liest, steht im Ratgeber zum Arbeitszeugnis.

Wie schreibe ich die Berufserfahrung?

Pro Stelle nicht die Aufgabenliste aus dem Pflichtenheft, sondern zwei bis vier Ergebnisse. Statt «Zuständig für Kundenanfragen» lieber «beantwortete täglich Anfragen per Telefon und Mail, baute eine Vorlagen-Sammlung für das Team auf». Nimm die Begriffe aus dem Inserat auf, wenn sie auf dich zutreffen. Viele Firmen lesen Bewerbungen zuerst mit Software vor, und die sucht nach diesen Begriffen.

Ein Lebenslauf für alle Stellen?

Besser nicht. Die Berufsberatung empfiehlt, für verschiedene Berufe je eine passende Version zu speichern. Mindestens die Reihenfolge der Ergebnisse und die Fachkenntnisse passt du pro Stelle an.

Wie hilft Jobsi dabei?

Jobsi passt deinen Lebenslauf für jede Stelle an, die du willst: gleiche Fakten, anderer Fokus, im Schweizer Format. Dazu kommt ein passendes Motivationsschreiben. Du prüfst beides und schickst es selbst ab. Gratis gibt es 3 Dossiers.

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Von Tobias Schär, Gründer von Jobsi (True North Studios, Uster).

Häufige Fragen

Muss ein Foto auf den Lebenslauf in der Schweiz?

Rechtlich nicht, aber es ist in der Deutschschweiz sehr üblich und wird oft erwartet. Nimm ein aktuelles, professionelles Foto, kein Selfie.

Gehören Geburtsdatum und Nationalität in den Schweizer Lebenslauf?

Ja. Geburtsdatum und Nationalität sind üblich. Wer nicht Schweizer ist, nennt auch die Bewilligung, zum Beispiel B, C oder G.

Wie lang darf ein Lebenslauf in der Schweiz sein?

In der Regel ein bis zwei Seiten. Drei Seiten sind nur bei sehr langer Erfahrung oder einer akademischen Laufbahn üblich.

Unterschreibe ich den Lebenslauf?

Nein. Anders als in Deutschland wird der Lebenslauf in der Schweiz nicht unterschrieben, Ort und Datum braucht es auch nicht.

Wohin kommen die Referenzen?

Entweder zwei Personen mit Kontakt am Schluss oder der Hinweis «Referenzen auf Anfrage». Frag die Personen vorher, ob das für sie in Ordnung ist.

Quellen